Klimaschutz in polarisierten Zeiten: Das BNE-Festival NRW 2026 zeigte, wie Bildung klimaskeptischen Narrativen begegnen und Engagement stärken kann.
Unter dem Motto „Klima. Bildung. Gestalten.“ trafen rund 500 Engagierte und Profis aus Bildung, Politik, Zivilgesellschaft und Kultur beim jährlichen BNE-Festival am 22. und 23. September im Bürgerhaus Stollwerck aufeinander, tauschten sich aus und entwickelten neue Ideen für die Praxis.
Gemeinsamer Auftakt und BNE-Labore am ersten Festivaltag
Im Mittelpunkt des ersten Tages stand die Frage, wie Bildungsarbeit auf Klimaleugnung und populistische Zuspitzung reagieren und zu konstruktiven Lösungen beitragen kann. Die SPIEGEL-Journalistin und Autorin Susanne Götze zeigte in ihrem Vortrag, wie Klimaschutz vom Sachthema zum Kulturkampfthema wurde, wieso es gerade einen weltweiten Rollback im Klimaschutz gibt und wer diese Entwicklung antreibt. Anschließend diskutierte NRW-Umweltminister Oliver Krischer mit Susanne Götze, Annette Dieckmann von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung und Julian Knoll, Jugendvertreter aus dem Programm #MitmischenNRW.
Am Nachmittag tauschten sich die Teilnehmenden aus verschiedenen Bildungsbereichen, der Zivilgesellschaft und der außerschulischen Bildung in 20 Workshops - den BNE-Laboren - über Methoden und gute Beispiele aus, mit denen sie Falschbehauptungen entkräften und Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitmachen für eine nachhaltige Entwicklung gewinnen.
Kreativmarkt und Multimediashow am zweiten Festivaltag
Am zweiten Tag eröffneten Bürgermeisterin Derya Karadag und Staatssekretär Viktor Haase gemeinsam mit Franz August Emde, Geschäftsführer der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, den Kreativmarkt im Trude-Herr-Park vor dem Bürgerhaus Stollwerck. Dort stellten BNE-Aktive aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre Projekte vor. Auch das BNE-Netzwerk Köln war mit einem gemeinsamen Stand seiner zahlreichen Akteur*innen vertreten.
Im Anschluss fanden zudem weitere BNE-Labore statt. Am frühen Abend endete das Festival mit einer beeindruckenden Multimediashow des Ökologen und international bekannten DJs Dominik Eulberg zur Artenvielfalt. Mit großformatigen Bildern von Insekten, Vögeln und Schmetterlingen zeigte er – hinterlegt mit Musik – was Biodiversität bedeutet, wie es um sie steht und wie wir sinnvoll handeln können.
Hintergrund
Bildung für Nachhaltige Entwicklung bedeutet ganz grundsätzlich, Menschen fit für eine nachhaltige Zukunft und eine lebenswerte Welt zu machen. Als Bildungskonzept geht es darum, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Gesellschaft und die Umwelt zu verstehen. Es geht um Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit sowie fairen Handel und Zugang zu Gesundheits- und Bildungsangeboten für alle.
Das Festival wird jedes Jahr mit wechselnden Gastgeberstädten gemeinsam vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie mithilfe der Unterstützung durch die BNE-Akademie für Natur- und Umweltschutz NRW organisiert. In diesem Jahr fand das Festival bereits zum siebten Mal und erstmals zeitgleich mit dem Klimafestival Köln statt.















